User-Storys und wie man sie schreibt: Fünf Fragen, die wir klären

Philipp
12.10.2019 0 3:41 min

Der Job-Alltag ist voller neuer Begriffe – die einen klingen furchtbar hip, andere hingegen ziemlich technisch. Und wenn es um das agile Arbeiten geht, dann fällt auch gerne der Begriff der User-Story. Wer keine Ahnung hat, was das ist, aber dennoch mitreden will – wir beantworten die fünf wichtigsten Fragen rund um die User-Story.

1. Was ist eigentlich eine User-Story?

Am häufigsten werden User-Storys in der Software-Entwicklung skizziert bzw. geschrieben. Schon bevor es eigentlich an die eigentliche Umsetzung und Entwicklung geht, müssen Anforderungen an Produkte beschrieben werden. Diese Anforderungen werden immer aus Sicht des Nutzers – des Users – formuliert und das möglichst kurz, prägnant, detailliert und aus Kundensicht spezifisch. Der Schreibstil ist aktiv – es werden einfache Sätze mit Subjekt, Verb und Objekt gebildet und zweideutige oder verwirrende Begriffe vermieden.

Beispiel: Der User arbeitet in einem Textverarbeitungsprogramm. Er schließt es und soll entscheiden können, ob er die bearbeitete Datei speichern will. Die daraus formulierte User-Story lautet dann: „Der User wird beim Schließen des Programms gefragt, ob das Dokument gespeichert werden soll.“ Hinzu kommt dann noch eine Auflistung der möglichen Darstellungsformen, um diese Anforderung zu erfüllen.

2. Haben User-Storys immer die gleiche Form?

Wer User-Storys bei der Entwicklung einer Software oder eines anderen Produkts nutzen will, der sollte auf eine einheitliche Form setzen, zumindest für je ein Projekt. Ob das jetzt digital oder auf Post-Its erfolgt, ist letztendlich egal. Wichtiger ist, dass das ganze Team die Form einhält und entsprechend gleich arbeitet.
Am einfachsten ist es, wenn man sich an den wichtigsten W-Fragen entlang hangelt:
Wer fordert etwas ein?
Welche Funktion wünscht sich der Anwender/Kunde?
Welchen Nutzen hat das ganze? Warum ist die Funktion wichtig?

3. Wer schreibt alles eine User-Story?

Schreiben kann User-Storys natürlich jeder – auch der Kunde selbst. Alle Teammitglieder können also User-Storys schreiben. Verwalten, Ordnen und weiteres Priorisieren kann möglicherweise sogar mit Hilfe des Kunden geschehen. Programmierer und Designer orientieren sich anhand der skizzierten User-Story und finden Lösungen für diese Storys.

4. Gibt es Regeln beim Schreiben einer User-Story?

Je komplexer und aufwändiger ein zu entwickelndes Produkt ist, je mehr muss sich das Team an Vorgaben haben. Empfohlen wird das INVEST-Prinzip von Bill Wake. Nach seinem Prinzip muss eine User-Story folgende Kriterien erfüllen:
I – Independent (unabhängig) – Jede User-Story steht für sich allein und ist unabhängig von einer anderen.
N – Negotiable (verhandelbar) – Nicht zu viele Details in eine User-Story packen, damit sie flexibel und veränderbar bleibt.
V – Valuable (nützlich) – Der (Kunden-)Mehrwert in der User-Story muss erkennbar sein.
E – Estimable (schätzbar) – Der Aufwand, der mit der User-Story verbunden ist, muss schätzbar sein.
S – Small (klein) – Kleine User-Storys erstellen, die nicht zu komplex sind. Der entstehende Aufwand sollte entsprechend gut einschätzbar sein.
T – Testable (testbar) – Wann ist eine User-Story abgearbeitet und testbar? Einbezogen werden sollten dabei die bereits erwähnten Darstellungsformen, beispielsweise ein Pop-up.

5. Frage: Und wo werden die ganzen User-Storys gesammelt?

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Gesammelt werden die geschriebenen User-Storys auf der Story-Card. Sie dienen als Kommunikationsmittel zwischen denen, die die User-Storys schreiben und damit ihre Anforderungen formulieren, und denen, die die User-Storys umsetzen. Hinterlegt werden können die Story und die Aufwandsschätzung. Aber auch die jeweiligen Bearbeiter und die Mittel zur Umsetzung oder Darstellungskriterien. Später werden die User-Storys dann so sortiert, dass kleinere User-Storys zu Unteraufgaben werden und alle zusammen das Ergebnis einer großen User-Story sind.

Bei uns arbeiten die meisten Teams mit Product Canvas, zu dem kleine User Storys gehören. Im Planning werden die kleinen User-Stories dann in konkrete Tasks runtergebrochen. Zur Verwaltung der Canvas und User-Stories arbeiten wir meistens mit dem kostenlosen Tool Trello.

Arbeiten Sie in Ihrem Team mit User-Stories?

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