Auf zum Arbeitsplatz der Zukunft: Diese Studie zeigt, wo’s langgeht

Johanna
07.11.2018 0 4:58 min

Unsere Berufswelt ist im Umbruch. Ob junges Talent oder alter Hase – die individuellen Ansprüche an den Arbeitsplatz steigen parallel zur wachsenden technologischen Vielfalt. Aber auch soziale Faktoren stehen immer mehr im Vordergrund: Flexible Arbeitszeiten sind für viele wichtiger als ein Firmenwagen und hohe Boni. Die klassische Karriere hat augenscheinlich an Attraktivität verloren.

In einer im Sommer diesen Jahres durchgeführten Studie wurde untersucht, wohin die Trends gehen, was sich Arbeitnehmer wünschen und wie Unternehmen aufgestellt sind. Federführend war das Umfrageinstitut IDG Research Services aus München, das die Studie zum „Arbeitsplatz der Zukunft“ bereits das zweite Jahr in Folge mit Partnerunternehmen aus der Digitalbranche, darunter auch sipgate, durchgeführt hat. Befragt wurden Führungskräfte und Mitarbeiter von 628 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Status quo – Unternehmen sind weniger selbstbewusst beim Thema New Work

Während in 2017 noch 40 Prozent der Unternehmen angaben, „relativ weit fortgeschritten“ bei der Entwicklung zum Arbeitsplatz der Zukunft zu sein, sind es heute bloß noch 28 Prozent. Als Vorreiter im Bereich New Work sehen sich sogar nur noch etwa zehn Prozent der Unternehmen. Im Vorjahr waren es mehr als doppelt so viele. Über die Gründe des schwindenden Selbstbewusstseins lässt sich nur spekulieren. Aber wahrscheinlich ist, dass die wachsende Auseinandersetzung mit dem Thema vielen überhaupt erst bewusst gemacht hat, wie komplex die jeweiligen Prozesse sind.

New Work als eines der wichtigsten Themen – jedoch eher für die Jüngeren

Nach wie vor steht der Arbeitsplatz der Zukunft bei vielen Unternehmen ganz weit oben auf der Agenda. Das zeigt eindeutig: das Thema ist keine Eintagsfliege und wird die Arbeitswelt auch in den nächsten Jahren noch beschäftigen. Interessant ist aber, wer dem Thema mehr Relevanz zuspricht: Für jüngere Mitarbeiter bis 29 Jahre ist das Thema New Work viel relevanter als für Mitarbeiter ab 50. Für sie ist die IT-Sicherheit wichtiger, die wiederum für jüngere Mitarbeiter nur eine zweitrangige Rolle spielt.

Die Herausforderungen: IT-Infrastruktur und Akzeptanz der Mitarbeiter

Befragt man Führungskräfte zu den größten Herausforderungen auf dem Weg zum Arbeitsplatz der Zukunft, so ergeben sich zwei Schwerpunkte:

  1. IT-Infrastruktur (51 Prozent)
  2. Mitarbeiterakzeptanz (43 Prozent)

Sieht man sich die Ergebnisse der vergangenen Studie an, wird deutlich: Die technologischen Herausforderungen haben sich nicht verändert. Auch 2017 waren nach der IT-Infrastruktur die Punkte Datensicherheit und Security die größten Herausforderungen. Bei den organisatorischen Herausforderungen hingegen hat sich einiges getan: Waren im vergangenen Jahr noch die Entwicklung und Einführung neuer Arbeitszeitmodelle und die Veränderung der Unternehmenskultur die wichtigsten Aufgaben, so steht heute die Akzeptanz bei den Mitarbeitern an erster und deren Weiterbildung an zweiter Stelle.

Transformation zu New Work – Diskrepanzen bei der Mitarbeiterbeteiligung

Da die Akzeptanz der Mitarbeiter für Veränderungen wichtiger denn je geworden ist, sollte klar sein, dass sie in den Prozess der Transformation eingebunden werden müssen. Schaut man sich an, wie regelmäßig Mitarbeiter über die Transformation zum Arbeitsplatz der Zukunft informiert werden, wird schnell deutlich, dass sich hier im vergangenen Jahr etwas getan hat: Nur gut 30 Prozent der Unternehmen gaben damals an, dass sie ihre Mitarbeiter regelmäßig und fortlaufend über den Transformationsprozess zum Arbeitsplatz der Zukunft informieren. Heute sind es bereits knapp 40 Prozent. Betrachtet man allerdings die Beteiligung der Mitarbeiter an der Entwicklung, ergibt sich eine spannende Diskrepanz: In der diesjährigen Studie zeigen sich große Unterschiede in den Antworten der jeweiligen Hierarchieebenen. 40 Prozent der Führungskräfte gaben an, Bedarfsanalysen bei den Mitarbeitern durchgeführt zu haben. Die Mitarbeiter sehen das aber anders: Nur jeder fünfte gab an, befragt worden zu sein – und fast genauso viele sagten, dass sie gar nicht zu Rate gezogen wurden. Hier gibt es also ganz eindeutig Kommunikationsbedarf.

Mehr Chancen als Risiken – Work-Life-Balance und Freiheit ganz weit vorne

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Für rund 55 Prozent der befragten Mitarbeiter überwiegen die Vorteile und Chancen gegenüber den Risiken, die mit dem Wandel zum Arbeitsplatz der Zukunft einhergehen. Work-Life-Balance und mehr Freiheit benannten 47 Prozent der befragten Mitarbeiter als größte Chance, dicht gefolgt von zeitlich ungebundener Arbeit und dem einfachen Zugriff auf alle Informationen. Das größte Risiko sehen die Befragten in der Abhängigkeit von IT und Internetverbindung, gefolgt von der Angst vor permanenter Verfügbarkeit als Erwartungshaltung der Kunden. Auch hier gab es seit der letzten Erhebung keine Veränderung.

Ganz generell gilt: Work-Life-Balance und zeitliche Flexibilität stehen nach wie vor ganz oben auf der Wunschliste der Mitarbeiter. Nine-to-five ist kaum noch reizvoll. Vor allem Ältere sind an mehr Flexibilität interessiert.

Welche Schlüsse kann man aus der Studie ziehen?

Die Entwicklung neuer Arbeitskonzepte ist teilweise überwältigend. Hier mitzuhalten ist nicht einfach, aber auch nicht zwingend nötig. Als Unternehmen das eigene Tempo zu finden, sich sinnvoll mit dem Thema auseinanderzusetzen und die Mitarbeiter aktiv in den Prozess mit einzubeziehen, kristallisiert sich immer deutlicher als erfolgsversprechendste Methode heraus. Auffallend ist, dass die Akzeptanz des Modernisierungsprozesses seitens der Mitarbeiter für Unternehmen immer wichtiger wird. Eine positive Tendenz, die zeigt, dass beim Wandel zum Arbeitsplatz der Zukunft bereits die richtigen Punkte im Fokus liegen.

Übrigens: Auf arbeitsplatzderzukunft.de stehen beide Studien zum kostenlosen Download bereit.

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